Taktische Eigensicherung im Rettungsdienst: Gefahren erkennen – richtig reagieren (Buch-Rezension)

Taktische Eigensicherung im Rettungsdienst

Das Buch Taktische Eigensicherung im Rettungsdienst behandelt ein tagesaktuelles Thema. Gewalt im Einsatz gegen Rettungskräfte. Die Meldungen in den Medien häufen sich. Nicht nur in den Städten melden sich Rettungskräfte zu Wort die bereits Erfahrung mit Gewalt während eines Einsatzes machen mussten.

Inhaltlich behandelt das Buch die Grundlagen zur taktischen Eigensicherung, Eigensicherung im Rettungsdienst-Alltag, Amok- und Terrorlagen und die Abwehr von aggressiven Patienten. Das 176-seitige Werk wurde im November 2018 veröffentlicht und umfasst 176 Seiten. Im praktischen Taschenformat lässt sich der Ratgeber einfach mitführen. Der Neupreis liegt bei 24,00 EUR.

Veröffentlicht wurde das Buch im S+K Verlag. Mit dabei ist eine Checkliste „Bedrohungslage“ im Taschenkarten-Format. Auch wenn Taktische Eigensicherung im Rettungsdienst im praktischen Taschenformat vorliegt, sollte man das Buch in Ruhe lesen und den Inhalt verinnerlichen.

Der Leser bekommt auf bereits auf den ersten Seiten Fachwissen vermittelt. So erfährt man als Rettungsdienst-Mitarbeiter in welchen Situationen es zu Gewalt kommt. Die Erfahrungen zeigen, dass Gewalt unvermittelt und unerwartet auftritt. Von der Gewalt überrascht wird der Rettungsdienst-Mitarbeiter zu einem einfachen Opfer.

Im Bereich Eigensicherung im Rettungsdienst-Alltag erfährt der Leser wie man sich taktisch klug an einer Einsatz-Stelle verhält. Dies umfasst das Abstellen des Fahrzeugs, die Annäherung an den Einsatzort und viele weitere praktische Tipps für die tägliche Arbeit. Ein besonders wichtiges Kapitel dreht sich um Schutzwesten im Rettungsdienst – und warum man diese eigentlich gar nicht tragen sollte.

Die Kapitel Amok- und Terrorlagen informieren in knapper, aber eindrücklicher Form über aktuelle Erkenntnisse zu Amok- und Terrorlagen. Um diese dreht sich auf die Taschenkarte bzw. Checkliste zu Bedrohungslagen. Der Umgang mit Tätern, Schusswaffen und USBV gehört zu keiner Ausbildung im Rettungsdienst und wird daher intensiv behandelt. Auch wenn man mit diesem Thema ganze Bücher füllen konnte, haben es die Autoren geschafft die wirklich relevanten Informationen zu bündeln und relevante Verhaltensanweisungen zu geben.

Der letzte große Bereich dreht sich um die Abwehr aggressiver Patienten. Kein Buch kann eine praktische Ausbildung oder einen Kurs ersetzen. Die zahlreich bebilderten Anleitungen eigenen sich daher maximal als Idee. Als Freund von praktischen Ausbildungen hätte ich auf dieses Kapitel eher verzichtet. Trotzdem ist dies ein eindrückliches Kapitel, dass zumindest einen Anhalt bieten kann.

Im Anschluss an die 4 Kapitel finden sich die Kernaussagen des Buches auf einen Blick. Praktisch, wenn man sich nach der Lektüre des Werkes nochmal grob alles vor Augen führen möchte. Es ersetzt aber natürlich nicht den Rest des Buches.

Meine Meinung zu Taktische Eigensicherung im Rettungsdienst

Der Preis von 24 EUR ist für ein 176 Seiten umfassendes Buch durchaus als Stolz zu bezeichnen. Die Inhalte sind gut recherchiert, belegt und stimmig. Die Autoren haben sich viel Mühe gegeben passende Bilder zu produzieren.

Die Artikel lesen sich leicht verständlich, sind auf das notwendigste reduziert und lassen sich durchaus auf die tägliche Arbeit anwenden. Intensiv wird auf die Arbeit zwischen Polizei und Rettungsdienst eingegangen. Das mag beim durchlesen des Buches etwas eintönig wirken. Allerdings muss man sich intensiv mit seiner lokalen Polizeibehörde auseinandersetzen um bestimmte Vorgehen zu verstehen und im Realfall gewappnet zu sein.

Den praktische Teil sehe ich leicht kritisch. Die dort gezeigten Maßnahmen können nur sicher durch ein regelmäßiges Training beherrscht werden. Gerade in Rettungdienstbereichen in denen noch kein praktisches Training angeboten wird, empfehle ich entsprechende Kurse anzufragen. Kampfsportschulen geben gerne Unterstützung.

Mir ist besonders wichtig, dass das Buch kein Aufrüsten empfiehlt. Im Gegenteil: Klar und deutlich wird von Schusssicheren Westen im Rettungsdienst abgeraten und dies auch begründet. Auch die Bewaffnung mit Pfefferspray oder anderen Hilfsmitteln wird nicht propagiert.

Als Mitarbeiter im Rettungsdienst kann mit Sicherheit jeder Mitarbeiter von aggressiven und brenzligen Situationen berichten. Nicht nur die Medien berichten vermehrt von Vorfällen, sondern auch im Kollegenkreis mehren sich die entsprechenden Vorfälle. Auch aus diesem Grund sollte man sich mit diesem Thema auseinander setzen. Die Lektüre des Buches kann dabei ein Anfang sein.

Bildquellen

  • Taktische Eigensicherung im Rettungsdienst: Rescuelearn

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